Sendeleistung

Sendeleistung? Was‘ datten?
Sendeleistung (Rf-Power) signalisiert die Leistung deines Funkgerätes, die du zu deiner Antenne schickst (gemessen am Funkgerät selbst).

 

Gib ihm Feuer, bis die Spatzen vom Dach fallen…

Viel hilft viel, starke Leistung = guter S-Wert. So denken leider viele, ohne Rücksicht auf Verluste. Aber ist es wirklich so entscheidend, mit welcher Leistung du sendest? Viel wichtiger als ein starker Empfang ist ein guter Radio-Wert (siehe im Menü: S- und R-Werte).

Das Rechtliche…

An dieser Stelle der Hinweis, dass wenn du „postalisch“ (also wie von der Bundesnetzagentur, früher die Post, daher der Name, erlaubt) fährst, du an deinem Funkgerät nicht herum schrauben darfst. Früher waren das mal vier Watt im FM- und ein Watt im AM-Bereich. Wenn deine Kiste geringfügig mehr Leistung abwirft, wird vermutlich niemand etwas sagen, aber wenn du Störungen verursacht, bist du notfalls derjenige, der beweisen muss, dass dein Funkgerät nicht manipuliert wurde. HF-Sendeverstärker sind in Deutschland grundsätzlich nicht erlaubt, da sie i.d.R. die gesetzlich erlaubte Leistung überschreiten.

Leistung im Vergleich mit S-Werten

Von vier Watt ausgehend kann man in der Realität von diesen Gewinne bzw. Verlusten augehen:

 Leistung [Watt] Gewinn [S-Werte]
0,07  -3
 0,25  -2
 1,00  -1 
 4,00   0

16,00

 +1
 64,00  +2
256,00  +3
1024,00  +4

 Als Faustformel gilt:
„Um einen S-Wert stärker zu werden, benötigst du die vierfache Sendeleistung.“

 Lohnt sich also ein „Brenner“?

Ob sich ein Hf-Verstärker lohnt, sei hier ausschließlich an der technischen Seite aufgehängt. Ob du das Risiko auf dich nehmen willst, von der Bundesnetzagentur eine Anzeige zu riskieren, weil Hf-Verstärker in Deutschland grundsätzlich nicht erlaubt sind, sei dir überlassen.
 
Vom Preis her galt zu DM-Zeiten die Faustregel: pro Watt eine Mark, heute kann man vermutlich pro Watt einen Euro rechnen (gilt zumindest bei Transistor-Verstärkern ab ca. 80 Watt). Hier sieht man sehr schnell, ob sich ein Brenner lohnt, oder ob man das Geld lieber in eine ordentliche Antenne investieren sollte – die sind unterm Strich meist deutlich billiger. Ein Brenner bis 250 Watt wäre also hier vielleicht rein wirtschaftlich noch zu vertreten, zumal man die bei ebay mit Sicherheit viel günstiger bekommt als im Laden um die Ecke.

Sendeleistung ist alles, oder?

Man darf bei Anschaffung eines Brenners aber nicht vergessen: Was bringt es, wenn man über viele, viele Kilometer gut zu hören ist, aber die Stationen einem nicht antworten können? CB-Funk ist immerhin ein Dialog, kein Monolog. Von den gesetzlichen Bestimmungen mal abgesehen, mag es auch sein, dass man in der Nachbarschaft den Rundfunk stört – man fabriziert sogenannte TVI’s (Rundfunkstörungen).

TVI’s sind zwar dank DVB-T und Digitalradio im Rundfunkbereich nicht mehr so wahrscheinlich, aber dennoch ein nicht zu unterschätzendes Restrisiko, denn zum einen nutzt nicht jeder ein Digitalradio, zum anderen wird Unterhaltungselektronik immer billiger hergestellt. Das muss nicht automatisch „besser“ bedeuten – das beste Beispiel kannst du live nachstellen, wenn du dein Handy neben deine PC-Lautsprecher hältst, während du im Internet surfst oder eine SMS verschickst. Dein CB-Funkgerät hat allerdings noch etwas mehr Leistung als dein Handy…
 
Vielleicht mag der eine oder andere denken, ein Eingangsverstärker wird’s schon richten, sei bemerkt: Wie im normalen Rundfunk kann hier auch ein Signalverstärker aus einem schlechten Signal nicht automatisch ein gutes Signal machen. Der einzig sinnvolle Anwendungsfall wäre meiner Meinung nach, Kabelverluste auszugleichen oder den Pegel für Funkgeräte anzuheben, die von Hause aus „etwas schwerhörig“ sind.

Fazit:

Lieber eine ordentliche Antenne (= erlaubt) als ein guter Verstärker (= nicht erlaubt)!